„Unser Höver“ besucht das Bergwerk Asse 2

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schätze in unserem Untergrund“ führte der Heimatbund „Unser Höver“ nun die erste Exkursion durch. Zu den Bodenschätzen, die im Bereich Höver gefunden werden, gehören auch Kali- und Steinsalze. Da ein Besichtigung der Grubenanlagen in Sehnde und in Lehrte nicht möglich war, besuchte man, sicher auch unter einem anderen Vorzeichen, in die Schachtanlage Asse 2 in Remlingen.
Es handelt sich hier um eines von ehemals drei Bergwerken, die Anfang des vorigen Jahrhunderts abgeteuft wurden. Der Schacht 1 wurde bereits im Jahr 1906 nach einem Wassereinbruch aufgegeben und geflutet. Im Schacht 3 war der Wasserzufluss sehr stark, was eine Unterbrechung der Förderung im Jahr 1911 zur Folge hatte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde hier bis 1924 Kalisalz gewonnen. Als Folge des Kali-Wirtschaftsgesetzes und einer geringeren Nachfrage legte man den Schacht dann still.

Im Schacht Asse 2 wurde von 1909 bis 1964 Kali- und Steinsalz gefördert. Dabei entstanden in Tiefen von 490 bis 775 m insgesamt 131 Abbaukammern, die dicht neben- und übereinander liegen. Von 1967 bis 1978 wurden in 13 dieser Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert. Diese Abfälle sollen nun, wie es die Neufassung des § 57 b des Atomgesetzes vorgibt, aus der Schachtanlage herausgeholt werden. Wie das geschehen soll, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und welche Probleme zu lösen sind, wurde den 14 Teilnehmern der Gruppe vorab ausführlich im Informationszentrum erklärt.

Besuch_Asse_2

Anschließend mussten sich die Teilnehmer bergwerkstauglich einkleiden und ausrüsten. Mit dem Förderkorb und einem „Glück Auf“ ging es bis auf die 490-m-Sohle und von dort aus in zwei Kleinbussen bis zur 750-m-Sohle, auf der sich fast alle Einlagerungskammern für die Behälter befinden. Auf dem Weg dahin erklärten an mehreren Stellen die beiden Mitarbeiterinnen des Bundesamtes für Strahlenschutz, die die Gruppe führten, wie das Bergwerk aufgebaut ist, wie sich der Druck des Deckgebirges auf die Kammern auswirkt, wo Wasser eindringt und wie mit dem Wasser umgegangen wird. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört, den Wasserzufluss zu kontrollieren und möglichst zu begrenzen. Darüber hinaus ist es erforderlich, für die Stabilisierung des Grubengebäudes durch Verfüllen der Kammern und der Blindschächte zu sorgen. Auch der Bau eines neuen Schachtes, über den dann der radioaktive Abfall geborgen werden kann und der Aufschluss der Einlagerungskammern sind die Arbeiten, die zurzeit erfolgen.
Wie der Abfall entsorgt werden soll, ist allerdings noch nicht geklärt.

Mit dem Förderkorb ging es dann wieder nach oben und anschließend durch die Sicherheitskontrolle. Abgeschlossen wurde der Besuch im Informationszentrum, wo es noch einmal die Möglichkeit gab, Dinge kritisch zu hinterfragen. Auch wenn das Bergwerk Asse 2 heute eine ganz andere Funktion hat, konnten sich die Teilnehmer ein Bild davon machen, wie das Salz unter Tage abgebaut wurde und welchen Belastungen die Bergleute in früheren Zeiten ausgesetzt waren.

Am 5. Juni besuchte eine zweite Gruppe die Schachtanlage Asse 2.